Winter in Wuppertal, weiss war das Land und auch die Strassen. Deshalb musste unser erstes Treffen im Januar 2026 leider ausfallen.  Aber unser wundervoller Referent hat angeboten, dass er im November seinen Vortrag nacholt.

Der Felsenbunker ( Naturhöhle entst. vor ca 30 Mill. Jahren, vor dem WW2 umgebaut zum Luftschutzbunker) ist in einem Berg in Elberfeld und ist durchgehend aufrecht begehbar. Die Temperatur beträgt ca 12 Grad.  Am 6. Januar krabbelten wir mit Klaus Stein, der diesen Bunker mit unendlich viel Herzblut pflegt und hegt in das Gewölbe. (An diesem Abend  hatten wir besonderes  Glück. Es war das große jährliche Lichterfest in diesem Quartier, das alle Treppen künstlerisch it Kerzen beleuchtet. Wunderschön!!)
In dem Bunker war  u.a.eine Schutzraumbelüftungsanlage aus einem „Atombunker“ Baujahr 1968 und eine Schutzraumlüftungsanlage von 1938 zu sehen,  die man selbst bedienen kann, um zu fühlen,  wie anstrengend es war bei Stromausfall Frischluft in den Bunker zu bekommen. Von einem Zeitzeugen, der als Kind im Juni 1943 den schweren Luftangriff auf Elberfeld dort unten miterlebt  hat, gab es einen Bericht   zu hören. Unten in der dritten Sektion wurden auch Bilder von Klaus Stein von anderen Wuppertalern Bunker und Luftschutzstollen gezeigt . Im hinteren Ausgang des Felsenbunkers war eine Weinhandlung,  die von 1984 -1987 dort ansäßig war nach Originalbildern wieder hergerichtet.

Auf in die Bandwirkerstadt Ronsdorf hiess es am 3. März. Im Bandwirkermuseum waren wir ganz herzlich willkommen und wurden mit auf eine Reise in 1743 zu Elias Eller genommen, mit dem die  Florettbandweberei z.B. für die Lederindustrie in Heimarbeit begonnen hatte. In den Räumen des heutigen Museums hatte von 1899 bis 1930 die frühere preussiche Bandwirkerschule Ronsdorf ihren Sitz. Das Schulgeld betrug 30 Mark. Nach 1930 siedelte die Schule in den Kleiner Werth um. Die Webstühle standen  standen anfangs in den Küchen und ca. ab 1920 in Hausanbauten, genannt „Scheds“. In den Fachwerwerkhäusern konten die der Raumgröße genau angepassten Maschinen gut stehen, weil das Fachwerk die Vibration aufgenommen hatte.  In den 60ger-70ger Jahren waren 250.000 Arbeiter in der Weberei beschäft,  in all den vielen  eigenständigen Berufen angefangen vom Bau der Webstühle, über die Einrichtung der Maschinen   bis hin zum fertigen Produkt. Die Entlohnung wurde über ein ausgeklügeltes Verlagswesen geregelt. Aus den aus Fernost bezogenen Seidenraupenkokons wurde zuerst in Bergamo und Lyon die Seide abgehaspelt und und zu Strängen aufgewickelt.  Diese Stränge wurden von dort gekauft und hier zu Ketten und zu Schuss weiterverarbeitet.  Noch heute werden im Bandwirkermuseum Auftragsarbeiten gerne angenommen und erledigt. Nur allzu bedauerlich ist es, dass es keinen Nachwuchs mehr gibt, der für diese wunderbaren alten Webstühle ausgebildet wird.  Trotzdem war die Stimmung bei den 3 ehrenamtlich engagierten Herren hervorragend, sodass wir einen lehrreichen und lustigen Abend verbringen durften.